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Intern
    Mineralogisches Museum

    Aktuelles

    Sonntag, 15. Dezember

    Schülerforschertag

    14 bis 17 Uhr

    Es funkelt und glitzert im Museum – edle Steine und märchenhafte Kristalle

    In vielen traditionellen Märchen geht es nicht nur um Gold und edle Steine, die funkeln und glitzern, denn diese stehen symbolisch für Reichtum. Vielmehr werden Steine zu wichtigen Helfern in der Not, wie zum Beispiel bei Rotkäppchen. Vom Himmel fallende Sterne belohnen das Sterntaler Mädchen für seine Frömmigkeit und die sieben Zwerge, die im Wald nach Erz graben, bringen Schneewittchen Glück. Am Familienforschersonntag wollen wir den Steinen in bekannten und neuen Märchen und anderen Geschichten auf die Spur kommen. Bei der Weihnachtstombola kann man tolle Preise gewinnen und im Museumsshop schöne Geschenke kaufen.

    Wir beginnen jeweils um 14 und 15.30 Uhr. Führungsgebühr: 2,00 Euro

    Faszination für konkrete Geometrie

    Anfang Februar verstarb der Kunst- und Mineraliensammler Peter C. Ruppert. Er hat dem Mineralogischen Museum der Universität Würzburg eine einzigartige Sammlung von Mineralien und Gesteinen hinterlassen.

    Peter C. Ruppert mit einem seiner Lieblingsstücke, einer hohen Stufe aus Gips- und Salzkristallen. Sie stammt aus dem ehemaligen Kalibergwerk bei Bleicherode am südlichen Harzrand.

    In Würzburg ist Peter C. Ruppert vor allem durch seine Kunstsammlung bekannt, die seit 2002 im Museum im Kulturspeicher zu sehen ist. Seine Sammelleidenschaft erstreckte sich aber nicht nur auf Werke Konkreter Kunst in Europa nach 1945; darüber hinaus faszinierten ihn auch die Mineralien des Harzes. Zahlreiche Reisen in die nahe seiner Heimat gelegene Re- gion weckten sein Interesse für die damals zum Teil noch aktiven Bergbaugebiete. Vor allem die Vielfalt der Mineralien sowie die Geometrie der Kristalltrachten inspirierten ihn. In einem Interview erklärte er im Jahr 2014: „Die Kristalle der Minerale sind im Gegensatz zu anderen Naturformen geometrisch-basiert ausgebildet. Damit entsprechen sie den Kunstformen in meiner Sammlung konkret-konstruktiver Kunst“.

    Zwei Sammlungen an einem Ort

    Während manche Sammler damit zufrieden sind, wenn sie ihre Schätze zu Hause horten und ab und zu einzelne Exemplare betrachten können, wuchs in Peter C. Ruppert nach etlichen Jahrzehnten leidenschaftlichen Sammelns der Wunsch, seine Sammlungen auch anderen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Seine Suche nach geeigneten Ausstellungsflächen führte ihn nach Würzburg: Die Konkrete Kunst fand im Museum im Kulturspeicher ihren Ort; seine Mineraliensammlung stellte Ruppert im Jahr 2012 der Universität als Dauerleihgabe zur Verfügung. Seit der feierlichen Eröffnung am 24. Januar 2014 präsentiert das Mineralogische Museum diese beeindruckende Sammlung.

    Eine ursprüngliche Begeisterung für die Schönheit der Mineralien stand am Anfang von Rup- perts Mineraliensammlung. Erst nach und nach sollte er diese systematisch erweitern. Heute umfasst die Sammlung über 300 Hand- und Großstufen aus ehemaligen Erz- und Spat-Lager- stätten sowie anderer klassischer Fundstellen des Harzes. Ruppert legte großen Wert darauf, aus allen bedeutenden Bergbauregionen des Harzes einen möglichst repräsentativen Quer- schnitt der dort vorkommenden Minerale zusammenzustellen. Bis zuletzt war er stets darum bemüht, die Sammlung und damit auch die Ausstellung im Mineralogischen Museum durch den Kauf neuer Stufen aufzuwerten. So erwarb er noch im Herbst 2017 eine fast vier Kilo- gramm schwere Dyskrasitstufe, dem wirtschaftlich wichtigsten Silbererz aus St. Andreasberg.

    Die Formenvielfalt der Calcite aus der „Edlen Kalkspatformation“ von St. Andreasberg schätz- te der Sammler besonders. Geradezu „betörend“ fand er die Vielgestaltigkeit einer 46 Zenti- meter hohen Stufe aus Gips- und Salzkristallen. Daneben war es ihm sehr wichtig, auch das „Erz“ zu zeigen, so findet man im Mineralogischen Museum sowohl das typische Reicherz der berühmten Erzlagerstätte Rammelsberg als auch eine Vielzahl hervorragender Gangerzstufen aus dem Oberharz sowie einige Besonderheiten aus dem Unterharz. Besonders erwähnens- wert sind die großen Exponate von Bänder-, Kokarden- und Ringelerzen aus den Vorkommen von Clausthal und Bad Grund. Auch hier legte er bei der Auswahl größten Wert auf „ästhetisch eindrucksvolle  und  repräsentative  Großstufen“.

    Anspruchsvolles Sammeln bedarf der Geduld

    Am 11. Februar 2019 ist Peter C. Ruppert nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in Berlin verstorben. „Mit ihm ist ein außergewöhnlicher Sammler von uns gegangen, der an seinem Konzept festhielt, eine überragende Sammlung von Hand- und Schaustufen aus allen Regionen des Harzes zusammenzustellen“, sagt Dr. Dorothée Kleinschrot, Kustodin des Mineralogischen Museums. Auch wenn sich dieses Vorhaben für einige Fundstellen als nahezu aussichtslos dargestellt habe – ihm sei es fast immer gelungen. Jahrzehntelange Er- fahrung habe ihm dabei geholfen, sagte Ruppert einmal in einem Interview: „Anspruchsvolles Sammeln bedarf einer außerordentlichen Geduld, wenn man keine oder nur wenig Kompro- misse machen möchte, und das musste ich erst lernen. Die Gelegenheit abwarten zu können ist wichtiger als die ganz gezielte Suche“.

    Katalog zur Ausstellung erschienen

    Die Sammlung Peter C. Ruppert „Historische Erzlagerstätten und Mineralienfundorte des Harzes“ präsentiert sich heute auf einer Fläche von 64 Quadratmetern in Vitrinen und auf Po- desten, insgesamt sind 191 Stufen ausgestellt. Ein Großteil der Exponate aus den historischen Erzlagerstätten ist wichtiges Belegmaterial und stellt damit eine enorme Bereicherung für die wissenschaftliche Sammlung des Mineralogischen Museums der Universität dar.

    Detaillierte Informationen zur Ausstellung im Mineralogischen Museum der Universität Würzburg liefert ein jetzt veröffentlichter Katalog mit zahlreichen Fotos, den Peter C. Ruppert noch bis zu seiner Fertigstellung begleiten konnte. Der Katalog ist im Verlag der Universität, Würz- burg University Press (WUP), erschienen und ist im Museum, im Buchhandel und als Open- Access-Buch auf dem Publikationsserver der Universität OPUS Würzburg erhältlich:

    Historische Erzlagerstätten und Mineralienfundorte des Harzes – Die Sammlung Peter C. Ruppert im Mineralogischen Museum der Universität Würzburg. Hrsg. von Dorothée Klein- schrot und Kristina Hanig, Würzburg University Press, 2019. ISBN 978-3-95826-100-6, doi. org/10.25972/WUP-978-3-95826-101-3.